Software ist nicht aus Holz und nicht aus Stein. Die Gesetze der
newtonschen Mechanik gelten für sie nicht; man kann sie also
nicht über ihre mechanischen Eigenschaften wahrnehmen.
Softwarefunktionen
quietschen nicht beim Starten, Menü- und Symbolleisten
biegen sich nicht unter der Last ihres Inhalts durch, und
Dialogseiten können einem nicht auf den Fuß fallen.
Wenn Software solche mechanischen Eigenschaften hätte, könnten
diese durchaus Aha-Erlebnisse bei Anwendern und Entwicklern
auslösen.
Softwareoberflächen sind wie Wohnhäuser: Der Nutzer erwartet hinter einer schönen Fassade eine wohldurchdachtes Ambiente,
in dem er sich wohl fühlt, und sich in jeder Hinsicht gut zurechtfindet.
Die ursprünglich kargen Kommandokonsolen haben sich im Verlauf vom knapp 50 Jahren zu multimedialen Assistenten für
Anwendungsfunktionen gewandelt.
In Büroanwendungen machen Präsentation der Inhalte sowie Interaktion
zwischen Anwender und Anwendungsoberfläche oft mehr
als 2/3 der Software aus [Myers 1992].
Die eigentliche Funktion oder Transaktion
kommt hingegen erst am Schluss der Verhandlung zwischen Anwender
und User Interface zur Ausführung.
Der Anteil der Geschäftslogik am Gesamtumfang einer dialogintensiven
Anwendung ist kleiner, als bislang aus der Sicht von Objekt-
und Ablaufmodellen angenommen wird.
Es lohnt sich also, Modelle, Methoden und Werkzeuge zur formalen
Beschreibung von Oberflächen zu entwickeln.
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